Brot, Salz und Verständnis

Shownotes

In der Folge „Brot, Salz und Verständnis“ gehen David Köster und Marcus Lahn der Frage nach, ob sich Nachbarn in der Großstadt heutzutage überhaupt noch persönlich kennen. Anlass ist ein Zitat des Schriftstellers Paul Keller (1873 - 1932). Innerhalb ihrer täglichen Arbeit haben beide andere, positive Erfahrungen gemacht. Grundsätzlich kann Nachbarschaft gelingen, wenn man einige Punkte von Beginn an bedenkt. Die Folge geht der Frage nach dem Brauch von Brot und Salz nach. Beides ist ein traditionelles Geschenk für Nachbarn, die neu im Haus einziehen. Verbunden damit sind Segen und Glückwünsche zur neuen Wohnung. Der traditionelle Brauch stellt die beiden Grundnahrungsmittel Brot und Salz in den Mittelpunkt. Das Brot steht sinnbildlich für das tägliche Brot, wohingegen Salz lange Zeit als kostbares Gut galt, da die Gewinnung kostenintensiv und aufwendig war. Mit dieser symbolischen Geste werden dem neuen Nachbarn Wünsche für Wohlstand, Sesshaftigkeit, Gemeinschaft und gegen das Böse überreicht. Somit stehen Brot und Salz als multifunktionales Geschenk, das in heutiger Zeit auch durch Schokomuffins ersetzt werden kann. Wenngleich in der Regel der neue Nachbar beschenkt wird, kann die nette Geste auch in die andere Richtung funktionieren und der Neumieter kann kleine Aufmerksamkeiten im Haus verteilen, um so in Kontakt zu kommen. Mit diesen kleinen Gesten wird deutlich, dass es mehr als „nur“ wohnen ist – es ist gelebte Nachbarschaft und Gemeinschaft. Natürlich können auch Komplikationen und Stress mit dem Einzug verbunden sein. Ein weiterer Tipp für den guten Einstieg besteht darin, um Hilfe zu bitten. Wer um Hilfe bittet, wirkt sympathisch, öffnet sich und zeigt, dass er nicht perfekt ist. Zudem erhält der andere die Möglichkeit, zu helfen und fühlt sich gebraucht. Ein kleiner Kniff, um Kontakt aufzubauen, der auch im Alltag hilfreich ist. Beim Einzug spielt auch Erwartungsmanagement eine wichtige Rolle. Die unterschiedlichen Erwartungen an den neuen Nachbarn können Potenzial für Konflikte bergen. Das ist vollkommen natürlich. Dabei kann Verständnis auf beiden Seiten eine wichtige Rolle spielen. Der neue Nachbar muss alles organisieren und ist möglicherweise gestresst. Da kann es normal sein, dass die persönliche Vorstellung bei den Nachbarn nicht der erste Gedanke ist. Die Nachbarschaft hat aber vielleicht Interesse am neuen Mieter und so entstehen unterschiedliche Erwartungen. David Köster und Marcus Lahn plädieren für Verständnis und Offenheit auf beiden Seiten. Nachbarn sollten im Gespräch bleiben und sich auch Zeit geben. Letztlich können auch beide Seiten einen Schritt aufeinander zugehen und man trifft sich in der Mitte. Verständnis stellt die Grundlage für gute Beziehungen dar. Andererseits sollte man auch Verständnis aufbringen, wenn Nachbarn sich in schwierigen Situationen befinden und besonderer Belastung durch Sorgen und Ängste ausgesetzt sind. Wichtig ist dabei, dass man ehrlich, authentisch und offen bleibt. Verständnis sollte man auch aufbringen, wenn jemand weniger Interesse an einer aktiven Nachbarschaft hat. Nachbarschaft kann schließlich auch bedeuten, einfach miteinander zurechtzukommen. Abschließend stellen beide fest, dass es nicht so sein muss, dass man den Nachbarn nicht kennt. Die Tendenzen sind vorhanden, aber es gibt auch etliche Wege, um Nachbarn aktiv kennenzulernen und Gemeinschaft zu leben.

Kommentare (1)

DenkerD

Schöne Idee...damit ihr künftig nicht überlegen müsst..."kleine Geschenke erhalten die Freundschaft" ;))

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